Bilder und Gedanken - Erika Steinbeck
Gemalte Gedanken

Die Wüste blüht

 

Wüstenzeiten - Lebenszeiten









Die Wüste blüht

Man kann sie nicht malen, die Wüste.
Eigentlich.
Denn beim Malen -

erdrückt mich nicht die Hitze.
Beim Malen -

werden mir die Knie nicht weich.
Beim Malen -

steht ein Glas Wasser neben mir.
Beim Malen -

kann ich jederzeit aussteigen aus dem Bild...

Man ersehnt sie, die Wüste.
Man durchwandert sie.
Durchleidet sie.
Man scheut vor den Wüstenzeiten zurück.
Man wird in sie hinein gestoßen.
Man stirbt in ihnen und wird neu geboren.
Man lernt in ihnen das Trinken vom lebendigen Wasser


 

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Die Welt

 

"Und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort...".
Und zu weinen,
wenn du sie von innen verstehst.

Aber die Welt,
die dir deine Augen zeigen,
ist nicht alles.

"Mein Reich ist nicht von dieser Welt,"
sagt Jesus.
Aber dieses Reich ist schon in dieser Welt -
verborgen, aber erfahrbar.
Leise - aber vernehmbar.
Nur hier und da aufleuchtend -
aber dann tief und schön. 

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Blütenrausch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 










Ephemer

Nur ein Bild kann sie festhalten die Blüten.
In der Hand verwelken sie,
in der Vase verwesen sie
und gepresst verlieren sie Farbe und Gestalt.

Und verbunden mit ihrer Wurzel...
verströmen sie schon beim Erblühen
ihre ganze Kraft in den Samen.

Nur ein Bild kann sie festhalten -
und dein Herz.


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Goldene Bäume







Goldene Bäume

Wenn ich die Augen schließe,
haben die Farben ein Eigenleben.
Eine eigene Wertigkeit.
Und die Dinge strahlen

von innen,
sodass ich sie verstehen kann.

est




Ineinander verwachsen

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wir wuchsen
nach Lust und Laune


Alles war möglich.
Alles war erlaubt.
Wir wuchsen nach Lust
auf einander zu.
Und von einander weg.

Und waren doch
ineinander verkrümmt
im Kampf um den Platz an der Sonne.

Nur nachts
erschraken wir schon mal.
Und fragten, ob da einer wäre,
den man fragen könnte.

est

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Kind an der Türe

 

 

 

 

 

 

 

 

 




Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder...
... kriegt ihr die Türe nicht auf!!!

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Mohn
Windmohn
Merken

Windmohn


Aufleuchtet der Mohn - tief - wild - tanzt mit dem Wind.
Glüht auch noch in der Dämmerung.
Und trennt sich von der Glut - ohne Bedauern - Blatt für Blatt.
Als hätte er nie geglüht.

Aber er hat.

 

est

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Schöpfung -
Geschöpft - aus welchen Tiefen?
Oberflächenwasser?
Spiel der Fantasie
oder
Traum und Tag?

 

est

Schöpfung

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DennochDennochMerken


Dennoch

Kahle Zweige -
den Frühling
verpasst...
Dunstiges
Frösteln -
hartes Holz...

Dennoch
Blüten
anderer Art
Licht
von morgen.

est


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WeidentreppeWeidentreppeMerken

Schritte.Entscheidungen.

Bergauf.
Das strengt an.
Das macht müde.
Bergab würde es sich
so wunderbar leicht und beschwingt gehen.
Schritte.


Nach oben.
Und dann?
Es ist dort hell,
da wo all das Wachsen und Vergehen,
das Mühen und Erschlaffen ein Ende hat.
Aber will ich das Licht wirklich?
Ich will mich einfach auf die Stufen setzen.
Und wach bleiben -
falls mich einer ruft.

est



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Palaver - Wunderbar verrückte Vögel


Wunderbar

verrückte

Vögel


Danke, Herr, dass ich das darf:
Mit dir

Melodien in den Wind werfen,
die es noch nie gab,
mit dem Pinsel

Farben und Linien erdenken
und Gedanken wie Vögel
Feder für Feder bewundern
und fliegen lassen.

est



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Hingezogen

Hingezogen

Gehen -
mit vielen -
im Herzen Sehnsucht -
wonach?

Wetterleuchten -
woher?
Geführt -
von wem?
est


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windbewegt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wäsche im Wind - möchte aufflattern mit der nächsten Böe.

Sie würde - nass wie sie ist - abstürzen

und sich im nächsten Gesträuch verfangen.

 

Was ist die Freiheit der Wäsche im Wind?

Sich von frischer Luft umspielen lassen

und tanzen mit jeder Böe,

zu flattern und zu wehen, weil sie sich festgemacht hat.

 

Wo habe ich mich festgemacht?

est

 

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ZweiEins

ZweiEins

 

Du bleibst für dich -

auch wenn du alles teilst.
Es bleibt geteilt.


Die Liebe schafft viel -
aber nicht deine Einsamkeit, deine Einzigartigkeit.
Deine Liebe schafft das nicht.

Aber die Liebe Gottes,
die in Jesus Christus
auch an solchem Holze
den Sieg errang über den Tod.
Die schafft das:


Nähe,

Vertrautheit,

Geborgenheit,
Erfüllung,
Begegnung,
Einheit.
est


 

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Dem Wind ausgesetzt



 

 

 

 

 

 

 

 




Etwas zieht mich.
Ein Ruf, eine Sehnsucht, ein Lied?

Irgendwie hält mich etwas.
Verzweifelt verwurzelt...

Ich bin schon dort
und doch noch hier.
Wo gehöre ich hin?

Ein Ruf? Ein Lied?

 

est

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Zu den QuellenZu den QuellenMerken

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lasse ich mich treiben
mit den Fluten
ins offene Meer,
in die Grenzenlosigkeit

Versuche ich,
Fuß zu fassen im Schwemmsand,
suche ich Trittsteine,
um gegen den Strom anzukämpfen...

Der Quelle zu...
Wenn nicht einer
auf mich warten würde
mit ausgebreiteten Armen -
ich hätte keinen Mut,
aufzubrechen.

est

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Zu Stein

Mord

Und ich?

 

Mauern stürzen - wenn nicht durch Menschenhand, dann durch  der Zeiten Lauf.

Beziehungen zerbrechen - wenn nicht aus Gedankenlosigkeit, dann aus Härte.

Menschen fallen - wenn nicht aus Hochmut, dann aus Verachtung.

 

Und ich -

ich lebe noch.

Noch kann ich singen.

Ein ganz anderes Lied.

Ein Lied, das von einem Ende des Regenbogens bis zum anderen reicht.

 

est

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